Hier finden Sie belastbare Belege dafür, dass Führungsverhalten Gesundheit, Arbeitsfähigkeit und Fehlzeiten beeinflusst.
Der Zusammenhang zwischen Führungsverhalten und Gesundheit
“Führungskräfte nehmen ihren Krankenstand mit.”
Studien zum Zusammenhang zwischen Führung und Gesundheit
- Literatur-Quellen zum Folien-Video im Online-Kurs in der Vortrags-Reihenfolge -
- Rigotti, T. Holstad, G. Mohr, Ch. Stempel, E. Hansen, C. Loeb, K. Isaksson, K. Otto, U. Kinnunen, K. Perko: Rewarding and sustainable healthpromoting leadership. 1. Auflage. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2014. 249 Seiten, Projektnummer: F 2199, PDF-Datei unter: http://www.baua.de/de/Publikationen/Fachbeitraege/F2199.html
- Nieder, P. (2000). Führung und Gesundheit. Die Rolle des Vorgesetzten im Gesundheitsmanagement. In: U. Brandenburg, P. Nieder & B. Susen (Hrsg.), Gesundheitsmanagement im Unternehmen: Grundlagen, Konzepte und Evaluation (S. 149-161). Juventa, Weinheim. – ursprünglich war hierzu ein Artikel in der „Personal“ erschienen, der aber heute nicht mehr zugänglich ist; im Video-Vortrag hören Sie, was Prof. Brandenburg heute zur sog. „VW-Studie“ sagt – mehr weiß ich dazu auch nicht …
- GEVA-Institut (geva-institut.de) – die hier beschriebene Studie wurde u.a. abgerufen am 26. Februar 2020 unter http://www.welt.de/print-welt/article633660/Klage-ueber-unfaehige-Chefs.html
- Hollmann / Bertelsmann-Stiftung (2010) – abgerufen am 26.02.2020 unter http://www.bertelsmann-stiftung.de/de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/pid/vorgesetzte-koennen-burnout-am-arbeitsplatz-reduzieren/
- AOK-Studie: Wissenschaftliches Institut der AOK (WidO) (2000): Gesundheit am Arbeitsplatz. Bonn: WiDO.
- Ilmarinen, J. & Tempel, J. (2002). Arbeitsfähigkeit 2010. Was können wir tun, damit Sie gesund bleiben? Hamburg: VSA.
Und dann habe ich hier noch einen Auszug aus dem Buch „Gesund führen: Das Handbuch für schwierige Situationen“:
Eine Zusammenfassung von über 150 Studien hat ergeben: Führungskräfte haben einen gravierenden Einfluss aufs Wohlbefinden ihrer Mitarbeitenden allgemein, und auf deren emotionale Erschöpfung im Besonderen (Montano, Reeske, Franke, & Hüffmeier, 2017). Gerade in unsicheren Zeiten gewinnt Fairness an Bedeutung (Rigotti et al., 2008).Eine Untersuchung an über 3.000 Männern in Schweden über einen Zeitraum von zehn Jahren zeigte: Wer über schlechte Führung klagte, hatte im Vergleich zu denjenigen, die ihrem Chef eine gute Führung attestierten, ein 60% höheres Risiko für einen Herzinfarkt oder andere gefährliche Herzerkrankungen. Insbesondere vier Aspekte des Führungsverhaltens wurden verantwortlich gemacht: Inkompetenz, Rücksichtslosigkeit, Intransparenz, mangelhafte Kommunikation (Nyberg et al., 2009).
Um Risiken für das Herz-Kreislauf-System geht es auch in den Studien, die Professor Siegrist von der Universität Düsseldorf seit Jahrzehnten durchführt. Sie belegen eindrucksvoll: Zum Beispiel das Herzinfarktrisiko sinkt drastisch, wo Menschen das Gefühl haben, dass ihre Arbeit gesehen und geschätzt wird – nicht nur in Form von Geld, sondern daneben zählen auch Aufstieg, gesellschaftliches Ansehen, Lob und Anerkennung für die Leistung sowie Wertschätzung der Person.
Nicht zuletzt belegt die finnische Längsschnittstudie von Johani Ilmarinen, dass sich insbesondere bei älteren Beschäftigten wertschätzendes Führungsverhalten positiv auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt. Auch wenn die Studie schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, sind die Herren Ilmarinen und Tempel auch 2018 noch schwer aktiv, was ihr Plädoyer für wertschätzendes Führungsverhalten angeht. Ilmarinen bringt die Ergebnisse seiner Untersuchung auf den Punkt mit den Worten: „Gutes Führungsverhalten und gute Arbeit von Vorgesetzten ist der einzige hoch signifikante Faktor, für den eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zwischen dem 51. und 62. Lebensjahr nachgewiesen wurde“ [Ilmarinen & Tempel, „Arbeitsfähigkeit 2010“, S.245, 2001, VSA-Verlag].
Und übrigens: Wenn eine Führungkraft einen Burnout hat, steigt das Burnout-Risiko der Mitarbeitenden sechs Monate später (Huang, Wang, Wu & You, 2016). Auch im Sinne Ihres Teams gilt also: Passen Sie bloß gut auf sich auf!

