Vorsicht, wenn Sie als Gesundheitsmanager/in Fehlzeitengespräche führen sollen!

Dr. Anne Katrin Matyssek

In diesem Beitrag finden Sie ein Video zu der Frage, ob Sie als Gesundheitsmanager/in auch Fehlzeitengespräche führen sollten.

Fehlzeitengespräche durch BGMler – ja oder nein?

Ein BGM-Akteur – als Gesundheitsmanager in einem Produktionsunternehmen tätig – hat mir eine Frage gestellt zum Thema Fehlzeitengespräche. Auch wenn ein erhöhter Krankenstand häufig der Anlass für die Einführung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements ist: Dass BGM-Akteure selber Fehlzeitengespräche führen sollen, ist eher ungewöhnlich. Kann aber sicher segensreich sein, wie ich bei der Beschäftigung mit diesem Fall dachte.

Das Folien-Video, das ich dazu erstellt habe (s.u.), beinhaltet auch die konkrete Fragestellung des Gesundheitsmanagers.

Fehlzeitengespräche führen: Das kann für BGM-Akteure eine Zwickmühle sein.

Einerseits sollen sie Positives bewirken, nämlich die Gesundheit und das Wohlbefinden fördern – andererseits bei erhöhter Fehlzeitenquote Druck aufbauen. Das passt nicht zusammen. Der Erfolg der BGM-Akteure hängt aber immer von der Akzeptanz im Betrieb ab. Sobald sie sich in den Augen der Belegschaft als Vorbereiter von Entlassungsgesprächen betätigen, wird das BGM scheitern. Eine gute Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat / Personalrat ist daher unverzichtbar.

In dem Video erkläre ich kurz den „normalen“ Ablauf einer typischen Gesprächskaskade bei Fehlzeiten (wobei Fehlzeitengespräche eben eine Eskalationsstufe darstellen) – und als Gegenpol dazu einen modifizierten Ablauf, der meiner Meinung nach mit der Arbeit eines Gesundheitsmanagers vereinbar ist. Hierbei steht die Fürsorge im Vordergrund – eben das „Sich-Kümmern“ von beiden Seiten; von Seiten des Betriebes ebenso wie von Seiten des Mitarbeiters oder Mitarbeiterin.

Erlauben Sie mir noch eine zusätzliche Bemerkung:

Gesprächskaskaden mit Eskalationsstufen sind nur da nötig, wo im normalen Alltag zu wenig miteinander gesprochen wird.

Wenn Führungskräfte und Mitarbeitende wenig miteinander reden (oder noch nicht einmal im Krankheitsfall, weil die Führungskraft den Fall sofort an die Personalabteilung delegiert), gibt es in der Regel auch keine Willkommensgespräche; und Rückkehrgespräche bleiben ohnehin ewig in der Tabuzone stecken und werden entweder gar nicht geführt oder mit falschem emotionalem Tenor.

Gesundheitsmanager/innen, die mit dem Führen von Fehlzeitengesprächen betraut werden, sollten dringend darauf achten, dass Führungskräfte das Konzept der Willkommensgespräche kennenlernen und zu diesen Gesprächen ermutigt werden, z.B. durch ihre leitende Führungskraft und durch die Geschäftsleitung.

Mich interessiert sehr, wie Sie, liebe/r Blogleser/in, zu dieser schwierigen Frage stehen – und freue mich über Ihre Kommentare hier unter diesem Blog-Beitrag!

Sonnige Grüße und: do care!

Anne Katrin Matyssek

 


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