Ihre persönliche Rettungsgasse

In diesem Gastbeitrag schildert die ausgebildete Gesund-Führen-Trainerin und Polizistin Ilona Bonin, wie die Idee der "Persönlichen Rettungsgasse" entstand. Die Grafik darf bei Wahrung des Copyrights überall und jederzeit als „Einsatzmittel“ verwendet werden.

 

Ilona Bonin, Koordinatorin für Gesundheit in der Polizei bei der Polizeiinspektion Oldenburg Stadt/Ammerland und Coach 

 

Jeder braucht seine Rettungsgasse

Gerade in Corona-Zeiten und außergewöhnlichen Situationen die einen sehr fordern ist es wichtig, sich doch einmal etwas Zeit zu nehmen, auf die persönliche Situation zu schauen.

Ich bin im Bereich „Gesundheit in der Polizei“ als Koordinatorin tätig und habe überlegt, wie man das spezifisch für die Polizei und mit Praxisbezug rüberbringen kann.

Mit der Familie auf dem Weg nach Hamburg kam mir dann auf der Autobahn die Idee, eine persönliche Rettungsgasse zu entwickeln. Ein Zoom-Meeting (schon vor Corona) mit Anne brachte das Ganze dann voran, da sie die Idee auch gut fand und gleich mitgeschrieben hat, was mir dabei so durch den Kopf ging. DANKESCHÖN!

 

Die Idee war da!

 

Nun ging es an die Umsetzung …

Dank der Unterstützung meines Kollegen und zukünftigen Mit-Trainers für „Gesund Führen“ Tobias Anderlik, der als Sozialarbeiter bei der Polizei tätig ist und neben hervorragender Sozialkompetenz auch noch über super Medienkompetenz verfügt, konnte die Idee nach meinen Vorstellungen umgesetzt werden.

Vielen Dank dafür!

 

Die „Persönliche Rettungsgasse“ zeigt zwei Seiten auf:

Einmal aus Sicht der Führungskraft für den Mitarbeiter/die Mitarbeiterin

  • Wie kannst Du/ können Sie gut nach Hause gehen?

ein Tool, um mit dem Mitarbeiter/in in Kontakt zu gehen (Staffcare)

und

einmal aus der Sicht des Mitarbeiters/der Mitarbeiterin

  • Wie kann ich gut nach Hause gehen?

ein Tool, um nicht zu viel aus dem Dienst mit nach Hause zu nehmen und Emotionen unterdrückt zu lassen.

 

Die Führungskraft selbst kann natürlich die Rettungsgasse auch für sich persönlich nutzen (Selfcare) und auf die Seite

„Wie kann ich gut nach Hause gehen“ schauen.

Denn nur eine gesunde Führungskraft kann gesund Führen.

 

Die persönliche Rettungsgasse ist einfach, schnell und übersichtlich und kann zum Beispiel dargesetellt werden als:

  • Bildschirmschoner
  • Plakat gegenüber des Arbeitsplatzes (beim Schreiben lässt man ja doch den Blick mal zum Überlegen schweifen… )
  • im Umkleideraum
  • Mousepad
  • Tassenaufdruck
  • Tischset

 

Gerade nach belastenden Einsätzen, bei denen man seine eigenen Emotionen zurückstellen musste, ist es wichtig, den zurückgestellten Emotionen trotzdem Raum zu geben und sie nicht zu vernachlässigen oder zu verdrängen.

Eine Vernachlässigung oder Verdrängung kann, wie wir alle wissen, zu Krankheit und Fehlzeiten führen und auch das soziale Umfeld beeinträchtigen. (Branchenbild Polizei 2019: Bericht erstellt vom Institut für Arbeitsschutz der DGUV, beinhaltet Ergebnisse zum Gesundheitsmonitoring 2013)

 

Mit den Fragen der persönlichen Rettungsgasse kann der Weg zu sich selbst und in den Feierabend freigemacht werden, um gut nach Hause gehen zu können und Ressourcen aufzutanken. Andererseits gibt sie die Möglichkeit, Belastungen hervorzuheben, und somit die Chance, die Abarbeitung in Angriff zu nehmen.

 

Eigentlich wollten Anne und ich u. a. die Rettungsgasse auf einer Veranstaltung im Juni bei der Deutschen Polizeihochschule in Münster vorstellen (PASiG-Workshop).

Die Veranstaltung ist aber aufgrund von Corona abgesagt und auf nächstes Jahr verschoben.

 

Da habe ich mich gefragt:

 

Was brauche ich jetzt?

  • Trotzdem eine Verbreitung meiner Idee und somit eine Hilfestellung für alle Kollegen/innen und natürlich alle anderen Berufskategorien und Menschen, die sie vielleicht gerade jetzt gebrauchen können

 

Was täte mir gerade gut?

  • Zu wissen, dass ich vielleicht gerade in diesen Zeiten einen kleinen Beitrag zu Gesunderhaltung und Wohlbefinden leisten kann

 

Wie geht es mir gerade?

  • In der Hoffnung, dass die Rettungsgasse gebraucht und genutzt werden kann, geht es mir sehr gut

 

Die Rettungsgasse kann mit dem Copyright gern überall und jederzeit als „Einsatzmittel“ verwendet werden.

 


 

Ganz herzlichen Dank, Ilona, für dieses tolle Geschenk in diesen Zeiten! Ich bin sicher, dass das Bild der Rettungsgasse für viele Leute hilfreich ist – egal ob ausgedruckt an der Wand, als Bildschirmschoner oder Tischset. Es ist eine wunderbar sinnvolle Reflexionshilfe zur Entlastung, um belastende Emotionen zu verarbeiten und dann leichter loszuwerden. Danke schön!