[FZMV] Fehlzeiten-Quote in der Zielvereinbarung

In diesem Fehlzeiten-Mini-Video (04) geht es um die Fehlzeiten-Quote oder den Krankenstand als Teil der Zielvereinbarung für Führungskräfte. Die Fehlzeiten-Mini-Videos für mehr Anwesenheit, Gesundheit und Wohlbefinden im Betrieb gehören zum Fehlzeiten-Programm

Wie sinnvoll ist es, die Fehlzeiten-Quote in eine Zielvereinbarung aufzunehmen?

In dem Cartoon sagt die BGM-Akteurin zum Vorstand:
„Der Krankenstand ist immer noch so hoch“
– Daraufhin der Vorstand:
„Dann müssen wir eben die Fehlzeiten-Quote in die Zielvereinbarungen der Führungskräfte aufnehmen.“

Rein mit dem Krankenstand in die Zielvereinbarung? Das klingt auch wieder absurd, gibt es aber gar nicht so selten: Dass sich Akteurinnen und Akteure des Betrieblichen Gesundheitsmanagements rechtfertigen müssen, weil die Fehlzeiten-Quote trotz BGM noch nicht gesunken ist. Weil Menschen im Vorstand oder der Geschäftsleitung glauben, auf Knopfdruck müsse sich innerhalb von 2, 3 Jahren etwas tun. Und dann kommen die auf so eine Idee …

Warum ich die Fehlzeiten-Quote in der Zielvereinbarung für Mumpitz halte:

Die Fehlzeiten-Quote in der Zielvereinbarung - Keine so tolle Idee
Fehlzeiten-Quote in der Zielvereinbarung – zu linear gedacht

Da sind gleich mehrere Denkfehler drin, bzw. man müsste sich genauer ansehen, was das Unternehmen denn genau tut, aber schauen wir uns jetzt mal nur kurz die Schlussfolgerung an: Die Quote in die Zielvereinbarungen der Führungskräfte aufnehmen. Ich halte das für Mumpitz.

  • Der Krankenstand hängt von zahlreichen Faktoren ab, nicht nur vom Führungsverhalten (dass aber da ein Zusammenhang gesehen wird, ist ja schon mal schön; das sollten Sie als BGM-Akteurin dann auch würdigen).
  • Es besteht die Gefahr, dass Führungskräfte Druck ausüben in Richtung Anwesenheit – mit Menschen, die sich krank an den Arbeitsplatz schleppen, ist aber auch niemandem geholfen.
  • Erlaubt sei die Frage: „Wollen Sie gesunde Menschen im Betrieb – oder wollen Sie gute Zahlen?“ Das würde ich nicht provozierend fragen, wohl aber die Prioritäten klären: „Uns geht es ja letztlich darum, dass die Produktivität stimmt, weil die Leute gesund sind; uns geht es ja nicht um die Quote als solche.“
  • Es ist auch vom Menschenbild her befriedigender, wenn Führungskräfte aus eigenem Interesse für Wohlbefinden am Arbeitsplatz sorgen und Verhaltensweisen an den Tag legen, wie sie im Fehlzeiten-ABC (der pdf-Datei) genannt werden – freiwillig; weil es ihrer Vorstellung von würdigem Miteinander entspricht.

Und jetzt frage ich Sie:

Kennen Sie das auch, dass Zielvereinbarungen zur Quote eingeführt werden? Vielleicht möchten Sie Ihre Erfahrungen unten in einem Kommentar schildern? Das würde mich sehr freuen.

Jedenfalls: Wenn es in Ihrem Betrieb genau so ist oder man noch überlegt, den Krankenstand in der Zielvereinbarung zu verankern …

… dann lautet meine Empfehlung für Sie:

Bewahren Sie die Führungskräfte vor so entwürdigenden, gängelnden Vorschriften. Die meisten würden trotz der paar Euro gern auf solche klein-machenden Regelungen verzichten, ist meine Erfahrung. In einem Betrieb, dem das Wohlbefinden der Beschäftigten am Herzen liegt, werden Führungskräfte dieses Signal von oben auch von allein weitergeben, weil es ihrer Haltung entspricht.

In diesem Sinne nochmal: Sonnige Grüße und noch einen schönen Tag!

Ihre Anne Katrin Matyssek


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Es ist im Moment kostenlos erhältlich (eine pdf-Datei).

Viel Freude damit!

 

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