Interview mit Heidrun Rudolph

In der Reihe „Menschen im BGM“ berichtet heute die Betriebsrätin und Koordinatorin Gesundheitsmanagement der Stadtwerke Köln GmbH über ihre Arbeit zum Thema Gesundheit.

Gesundheitsmanagement bei der Stadtwerke Köln GmbH

Interview mit Frau Rudolph – Koordinatorin GM (im Bereich des Betriebsärztlichen Dienstes)

Heidrun Rudolph (Stadtwerke Köln)

Wie ich Frau Rudolph kennengelernt habe … 

… über eine Anfrage ihres Vorgesetzten (Werksarzt Dr. R. Lorbach). Zwar komme ich ja nicht mehr für Vorträge ins Haus, aber zu den Stadtwerken Köln kam ich dann doch indirekt über meine Materialien.

Und über meinen Newsletter und locker-flockigen eMail-Verkehr kamen auch Frau Rudolph und ich uns immer näher (in Köln geht sowas ja oft recht einfach …). Ich habe mich sehr gefreut, dass sie spontan „ja“ gesagt hat zu meinem Interview-Vorschlag. 

Hier lesen Sie nun das Ergebnis.

Zum Unternehmen

Stadtwerke Köln

SWK-Unternehmenkommunikation:
Die Stadtwerke Köln GmbH (SWK) ist die Holding der Unternehmen des Stadtwerke Köln Konzerns. Zu den Tochterunternehmen gehören GEW Köln AG (mit der Beteiligung RheinEnergie AG), Kölner Verkehrs-Betriebe AG (KVB), Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK), AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH (AWB), KölnBäder GmbH, Abfallentsorgungs- und Verwertungsgesellschaft Köln mbH (AVG Köln) und moderne stadt GmbH. Die rund 12.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der SWK und ihrer Tochterunternehmen versorgen die Stadt Köln und die Region mit Elektrizität, Gas, Wasser und Wärme sowie Telekommunikationsdienstleistungen. Sie sichern Mobilität durch öffentlichen Personennahverkehr, gewährleisten die Grundversorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs, entsorgen den Abfall, reinigen Straßen und Plätze, bieten Sport- und Freizeitspaß in den Kölner Bädern und entwickeln und verwalten Liegenschaften und Immobilien. Zentrale Aufgaben des Konzernverbundes werden von der SWK wahrgenommen.

 

Was ist das Besondere an Ihrer Arbeit?

Die Arbeit für und mit Menschen (klingt das abgedroschen? Ist mir jedoch genau so spontan in den Sinn gekommen).

 

Was ist Ihr Erfolgsrezept?

Netzwerken, Dranbleiben, Empathie für den/diejenigen Gegenüber, Vertrauen aufbauen.

 

Wie kamen Sie überhaupt zum BGM? Wo haben Sie Ihre Ausbildung zur Gesundheitsmanagerin gemacht?

Ursprünglich habe ich eine kaufmännische Ausbildung gemacht, später auch eine Fortbildung zur Mediatorin. Ich war Geschäftsführungsassistentin und Teamleiterin für Zentrale Vorstands- und Aufsichtsratsangelegenheiten.

Im Jahr 2009 hatte ich leider einen sog. Burnout.

Danach ließ ich mich aus meinem alten Bereich heraus versetzen (in Teilzeit 30 Std./Woche) und kam zunächst als Assistentin der BGM-Koordinatorin in den Bereich BGM. Dort war mein Hauptaufgabengebiet, BGF-Maßnahmen für den Konzern zu organisieren und kommunizieren.

Nach Ausscheiden meiner (Vollzeit-Kollegin) 2013 war ich zunächst für ein paar Monate „Einzelkämpferin“, bis mein Kollege Sebastian Kolodziej als Praktikant (Masterarbeit in Sportwissenschaften) hinzustieß.

Wir sind ein tolles Team (die alte Häsin und der junge Sportler 🙂

Deshalb wurde der Kollege zunächst für 20 Std./Woche, später auch für 30 Std. eingestellt. Zwischenzeitlich wurde noch die Kollegin Kerstin Ruff in Teilzeit zu uns versetzt.

Nachdem sie die Kursorganisation überwiegend in Eigenregie übernommen hat, konnten der Kollege und ich uns im strategischen Bereich mehr einbringen. Darüber hinaus habe ich Ende 2016 die Funktion der BEM-Beauftragten übertragen bekommen. Dazu habe ich beim Bildungszentrum der IHK Siegen eine Ausbildung absolviert.

 

Worauf sind Sie besonders stolz?

Dass unser Bereich trotz massiven Spardrucks nicht erheblich reduziert oder sogar ganz wegrationalisiert wurde. Dafür einen ganz besonderen Dank an unseren Vorgesetzten, Herrn Dr. Lorbach.

Damit ist das Thema Mitarbeitergesundheit und Gesundes Führen ein Teil der Unternehmenskultur.

Leitender Betriebsarzt und Personalleiter befürworteten die 52-Wochenimpulse zum Gesunden Führen für 2018. [hier musste ich ja jetzt lächlen … AKM]

In das Jahr starteten wir nach fünf Jahren mit einer eigenen Gesundheitsaktion „In Bewegung kommen“ für die Stadtwerke Köln GmbH. Die Beteiligung bei den Diagnostikverfahren lag bei 100% Auslastung. Insgesamt haben wir 60% der Kolleginnen und Kollegen mit den Angeboten erreicht.

Als Teilzeitkräfte sind wir im Team auf einem guten Weg, die Strukturen des BGM in unserem Unternehmen weiterzuentwickeln.

 

Wie haben Sie es geschafft, Gesundheitsmuffel zu Gesundheitsfans zu machen?

Mit immer wieder sehr guten, abwechslungsreichen Präventionsangeboten und hochqualifizierten Kursleitern sowie einer ansprechenden Broschüre.

 

Was treibt Sie persönlich an?

Das Thema Gesundheit an sich – schon aus eigener Erfahrung.

Wichtig ist mir gerade in der heutigen, schnelllebigen und auf Effizienz ausgerichteten Zeit, dass Mitarbeiter/innen auch als Menschen mit Bedürfnissen wahrgenommen werden.

 

Wer unterstützt Sie?


Die Teamkollegen, der Vorgesetzte, der Betriebsrat, die Personalabteilung, Impulse von außen, z. B. Frau Dr. Matyssek
😉, Krankenkassen.

 

Hatten Sie anfangs Zweifel? Wie haben Sie die überwunden? Was ist das Schwierige an der Arbeit?

Zweifel insofern, dass ich nach einem holprigen Start durch die abwesende Kollegin dachte, das schaffe ich allein nicht. Es bleibt beim BGF-Programm für den Konzern. Unser neues Team hat sich jedoch gemeinsam Stück für Stück den Aufgaben gestellt.

Durch eine Betriebsratskandidatur konnte ich in den letzten Jahren viele unterschiedliche Einblicke in unser Unternehmen, die Führung und über unsere Mitarbeiter bekommen.

Die BGM-Säule Betriebliches Eingliederungsmanagement habe ich über Empfehlung des Betriebsratsvorsitzenden durch meine Bestellung zur BEM-Beauftragten in unseren Bereich geholt und modifiziert. Meine Kollegen halten mir für meine diversen Termine den Rücken frei. Herzlichen Dank an Euch Beide!

Das Schwierige ist, wenn gerade in Sparzeiten und Change-Management das Thema Gesundheit leider nicht von Oben getragen wird.

Wenn es keine entsprechende Grundlage, wie Zielvorgabe, Betriebsvereinbarung und auch nur ein knappes Budget gibt. Wenn sozusagen von unten gewirkt wird.

 

Welche Tipps haben Sie für Neulingen im Bereich BGM?

Anfangen! Einschlägige Literatur lesen und Internetseiten anschauen (z. B. do-care). Netzwerk aufbauen. Krankenkassen zur Unterstützung heranziehen.

 

Und was tun Sie für Ihre eigene Gesundheit?

Yoga an erster Stelle – für mich ein ganzheitliches Programm für Körper, Geist und Seele. Bewegen in der Natur und im Wasser. Ausgewogene Ernährung – und hin und wieder auch mal sündigen. Angenehme soziale Kontakte sowohl im Berufsumfeld als auch besonders im Privaten. Reisen, so wie aktuell zu einer Ayurvedakur nach Indien. Da werden die o. g. Sünden wieder ausgeleitet.

 

 

Liebe Frau Rudolph,

vielen lieben Dank für diese interessanten Einblicke in Ihre Tätigkeit! Und ganz besonders für Ihre Offenheit – die ist in der Form auch bei uns Gesundheitsmenschen ja nicht selbstverständlich.

Was ich besonders spannend finde: Dass Sie tolle Ressourcen aus Ihrer Arbeit als Betriebsrätin für das Voranbringen von BGM und BEM ziehen. Diesen wichtigen Aspekt hatten wir bislang noch gar nicht in den Interviews, glaube ich. Dabei lauert hier viel segensreiches Potenzial mit wechselseitiger Befruchtung. Von ganzem Herzen wünsche ich Ihnen, dass Sie auch in Zukunft so engagiert vorgehen und dabei gut auf sich selbst aufpassen!

 

Und falls Sie, liebe Leser/innen, nun auf den Geschmack gekommen sind und ebenfalls Lust auf so ein Interview haben: Melden Sie sich einfach, indem Sie mir eine kurze eMail schicken. Ich freue mich!

 

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