Fehlzeiten in der öffentlichen Verwaltung

Laut Fehlzeiten-Report auf Platz 2

Der Fehlzeiten-Report 2017 liegt die Branche „Öffentliche Verwaltung“ mit 6,3% im Branchenvergleich auf Platz 2, was den Krankenstand angeht (nach „Energie / Wasser / Entsorgung / Bergbau“ und vor dem „Verarbeitenden Gewerbe“). Auch wenn man über die Ursachen nur spekulieren kann: An den körperlichen Belastungen kann das kaum liegen – und offenbar auch nicht am Stress.
 
Ein Beitrag zu den Ursachen erhöhter Krankenstände in der öffentlichen Verwaltung von Prof. Gottfried Richenhagen aus 2018 (Link < hier klicken) kommt nämlich zu dem Schluss: „Im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung hin zur agilen Verwaltung lässt sich entgegen der in öffentlichen Diskussionen oft zu hörenden These, dass zukünftig von einer allgemeinen Stresszunahme in der Arbeitswelt auszugehen sei, vermuten, dass dies zumindest für die öffentliche Verwaltung nicht zwingend ist.“
„Sie können mir gar nichts, ich bin Beamter“
Den Satz sagte ein Mitarbeiter zu seiner Führungskraft, und ich weiß noch, wie die ganze Seminargruppe vor Empörung und Hilflosigkeit erstarrte, als die Frau davon berichtete. „Wir können ja auch wirklich nichts tun, uns sind doch die Hände gebunden, wir sind zahnlose Tiger ohne jede Sanktionsmöglichkeit“. Und weiter hieß es:
 
„Es gibt bei uns keine Beförderungen nach Leistung, und auch keine Prämien“
 
Die Leistungsorientierte Bezahlung (LOB) wurde als zynisch und destruktiv empfunden, jeder Teamgeist würde dadurch im Keim erstickt. Die Führungskräfte in diesem Bereich der öffentlichen Verwaltung fühlten sich unwohl dabei, ihre langjährigen Mitarbeitenden zu bewerten wie ein Lehrer. Auch das trug zur Hilflosigkeit der Führungskräfte beim Thema Fehlzeiten bei.
 

Gibt es wirklich keine Möglichkeit, Fehlzeiten in der Verwaltung zu senken?

Ein Aspekt wird von Führungskräften in der öffentlichen Verwaltung nach meiner Beobachtung oft übersehen: Die soziale Motivation. Viele fühlen sich nicht in der Lage, die Bindung zu stärken, manche scheinen (vordergründig) kein Interesse daran zu haben. Die sagen dann: „Ich habe keine Zeit, morgens durch die Büros zu gehen und die Leute zu begrüßen, ich muss arbeiten, ich habe Sach-Aufgaben.“
 
Die Beziehungsaufgabe mit Leben füllen – im Sinne von Anwesenheit + Produktivität
 
Das ist durchaus möglich … auch jenseits von Prämien und Aufstiegschancen, die als Anreize nicht zur Verfügung stehen. Wenn Führungskräfte in der Verwaltung sensibilisiert werden für ihre Aufgaben beim Thema Fehlzeiten und für ihre Möglichkeiten zur Gestaltung der Beziehungsaufgabe, lassen sich Reserven heben.
 
Am Fehlzeiten-Profi-Trainingstag erfahren Sie, wie das geht. Wann der nächste Trainingstag stattfindet, erfahren Sie auf meiner Website, und noch früher natürlich im Newsletter.Am besten tragen Sie sich direkt ein.
 
Falls Sie in der Verwaltung tätig sein sind, bietet sich Ihnen daher die Möglichkeit, ein Workshop-Konzept kennenzulernen, das sich auch in Behörden bewährt hat. Von 9:00 Uhr bis 16:30 Uhr erfahren Sie, wie Sie konkret vorgehen können – und Sie erhalten eine Basis-Ausstattung für Ihren ersten eigenen Workshop zum Thema.
Damit leisten Sie einen Beitrag dazu, dass dank eines anderen Führungsverhaltens die öffentliche Verwaltung im Fehlzeiten-Report nicht mehr (fast) ganz oben auftaucht … In jedem Fall tragen Sie zu mehr Wohlbefinden, Selbstreflexion und anwesenheitsförderlichem Umgang miteinander (ohne Präsentismusgefahr) in Ihrer Behörde bei.
 
Sonnige Grüße,
 

Ihre Anne Katrin Matyssek

 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.