So entwickeln Sie eine wertschätzende Haltung

Ohne eine wertschätzende Haltung keine gesundheitsgerechte Führung. Und keine echte Anwesenheit. So einfach ist das. Warum?

(Nur) Wenn die Haltung stimmt

… stimmt auch das Verhalten. Heißt: Anerkennung geben, die ankommt – das ist im Grunde ganz einfach. Trotzdem befürchten manche Führungskräfte, Mitarbeitende könnten sich heimlich über sie lustig machen, wenn sie sie loben oder ihre Wertschätzung ausdrücken. Nein, das werden sie nicht, solange Ihre Haltung authentisch ist: Wenn Sie als Führungskraft Ernst meinen, was Sie sagen, und wenn Sie konkret beschreiben, warum Sie eine bestimmte (!) Leistung anerkennenswürdig fanden, dann wird Ihre Aussage auch genau so ankommen. Spätestens beim dritten Mal. Anfangs kann es vielleicht sein, dass Ihre Mitarbeitenden sich erst an dieses neue Verhalten gewöhnen müssen … aber jedes neue Verhalten verdient 3 Chancen!

 

Fragen zur Entwicklung einer wertschätzenden Haltung:

  • Was bin ich ohne mein Team?
  • Woran merken meine Leute, dass sie mir wichtig sind?
  • Wo liegen wessen Stärken?
  • Was wäre, wenn sich meine Mitarbeitenden gegen mich verschwören würden? (worst case scenario)

Wenn die Haltung stimmt, stimmt auch das Verhalten. Sie brauchen sich also keine Sorgen zu machen, dass Sie „unwertschätzend“ wirken könnten. Ein paar Tipps, die auf dieser Haltung basieren  und Ihnen das „Anerkennung geben“ erleichtern, finden Sie in der folgenden Checkliste.

 

Checkliste „Wertschätzendes Führungsverhalten“

  • Beziehen Sie Ihre Mitarbeiter ein; fragen Sie sie nach ihrer Meinung.
  • Delegieren Sie wichtige Aufgaben. Übertragen Sie Verantwortung.
  • Stärken Sie das Selbstwertgefühl in jedem Gespräch.
  • Bringen Sie Ihre Mitarbeitenden dazu, sich selber zu loben.
  • Nehmen Sie Anliegen Ernst und kümmern Sie sich zeitnah darum.
  • Seien Sie höflich, respektvoll und freundlich.
  • Interessieren Sie sich auch für Persönliches, falls gewünscht.
  • Schätzen Sie Außenseiter und ihre Besonderheiten.
  • Betrachten Sie Ihre Mitarbeitenden als interne Unternehmensberater.
  • Führen Sie Willkommensgespräche nach jeder Abwesenheit.
  • Pflegen Sie positiven Kontakt auch zu Nicht-Lieblingen.
  • Halten Sie Verabredungen ein. Seien Sie pünktlich.
  • Pflegen Sie individuelle Stärken, verzichten Sie auf Gleichmacherei.
  • Begrüßen Sie Ihre Mitarbeitenden freundlich und mit Namen.
  • Gratulieren Sie zu persönlichen Feiertagen.
  • Seien Sie höflich: Halten Sie die Tür auf, schenken Sie Kaffee ein.
  • Geben Sie einem Mitarbeitenden frei, wenn er darum bittet und Sie es verantworten können.
  • Wecken Sie Verständnis für die Vielfalt im Betrieb.
  • Feiern Sie, und teilen Sie Ihre Emotionen.
  • Verzichten Sie auf Rechthaberei.
  • Vermeiden Sie die Bevorzugung von Lieblingen. Handeln Sie gerecht.
  • Sich Zeit nehmen, sich Zeit nehmen, sich Zeit nehmen.

 

Kein Perfektionismus, bitte!

Perfektionismus wäre keine wertschätzende Haltung … Natürlich können und sollen Sie nicht alle Punkte auf einmal erfüllen – aber wenn Sie sich immer mal wieder in Ihrem Führungsalltag an diese Verhaltensweisen erinneren, werden sie Ihnen im Laufe der Zeit immer leichter fallen und zu Ihrer zweiten Natur werden.

Das wird umso einfacher, je öfter Sie sich die „Haltungsfragen“ stellen.