Woran merken Sie als Führungskraft, wie es um das Klima in Ihrem Team bestellt ist? Und warum ist es wichtig, dass Sie das Betriebsklima im Blick behalten? Was haben Sie davon?

Das Betriebsklima ist mehr als eine Erfindung von Alt-68ern oder Betriebsräten mit Wollsocken an den Füßen (Zitat! – nicht von mir …). Ein gewisses Maß an Wohlbefinden am Arbeitsplatz ist unerlässlich für gute Arbeit. Wichtiger als Tischtennis-Platten in der Lobby ist dabei das zwischenmenschliche Miteinander: die Art und Weise, wie miteinander umgegangen wird.

Achten Sie auf das Betriebsklima – es ist mehr als eine Randbedingung, auch für Ihren Erfolg als Führungskraft!

Noch immer ist bei manchen Führungskräften die Einstellung anzutreffen: „Meine Leute sollen hier arbeiten – wohlfühlen können die sich zu Hause.“ Wer so denkt, der unterbindet jedes kleine Schwätzchen und verhindert, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter überhaupt Kontakte unter einander knüpfen. Aus mehreren Gründen ist es aber für Sie als Führungskraft (und natürlich auch für Aktive im Betrieblichen Gesundheitsmanagement) wichtig, das Betriebsklima im Auge zu haben.

  • Schlechtes Betriebsklima reduziert die Leistung. Es lenkt ab, die Aufmerksamkeit ist anderswo, wenn Menschen sich ignoriert fühlen, wenn es Konflikte gibt oder wenn man unfreundlich miteinander umgeht. Die Gedanken kreisen um das Verhalten der Kollegen, die Konzentration auf die Arbeit ist also reduziert, die Fehlerquote steigt.
  • Auch auf der körperlichen Ebene zeigt ein schlechtes Betriebsklima Folgen: Man ärgert sich; es kommt zu Verspannungen und langfristig zu Immunsystemschwächungen. Wenn es bis hin zum Mobbing geht, sind psychische und physische Erkrankungen die mögliche Folge.
  • Natürlich wird auch dadurch die Leistung reduziert. Die AOK konnte an über 10.000 Versicherten ermitteln: Je schlechter das Betriebsklima in einer Abteilung ist, desto mehr Beschäftigte leiden unter Rückenschmerzen.
  • In jedem Fall ist ein schlechtes Betriebsklima ein negativer Stressor, also ein Belastungsfaktor, der bewältigt werden möchte. Das kostet Energie, die vielleicht anderswo fehlt – insbesondere wenn die Arbeitsbelastungen ohnehin schon hoch sind.

Es gibt unterschiedliche Einflussfaktoren aufs Klima: Organisation der Abläufe, physikalisches Arbeitsumfeld, soziale Beziehungen. Nicht alle Faktoren liegen in Ihrer Hand; so sind Ihnen vermutlich hinsichtlich Organisation und technischer Ausstattung bisweilen die Hände gebunden. Aber insbesondere das Miteinander, also die zwischenmenschliche Komponente, prägen Sie als Führungskraft stark.

 

Woran Sie merken, ob in Ihrem Team das Klima schlecht ist

  • Achten Sie besonders auf Ihr Bauchgefühl. Das klingt vielleicht unwissenschaftlich, aber nach meiner Erfahrung spüren Führungskräfte ganz genau, ob sie sich in ihrem Team wohl fühlen oder nicht. Und ob sich die Stimmung vielleicht verschlechtert hat. Gehen Sie gern mit Ihren Mitarbeitern zum Mittagessen? Stellen Sie sich schon einmal dazu, wenn Sie einige Ihrer Leute im Gespräch sehen? Nehmen die auch von sich aus Kontakt zu Ihnen auf? Dann sind Sie vermutlich schon auf der sicheren Seite.
  • Ein Indiz für schlechtes Klima ist zum Beispiel eine hohe Fluktuation. Man könnte denken: Da hält es jemand nicht lang bei der Führungskraft aus. Normalerweise wechseln Beschäftigte den Job aufgrund des Vorgesetzten, seltener aufgrund es Teams. Natürlich können auch schwierige Rahmenbedingungen der Grund sein, die außerhalb Ihres Einflussbereichs liegen.
  • Aber auch eine geringere Teilnahmequote bei Veranstaltungen wie Beriebsfeiern oder –ausflügen. Wichtig: Sie werden es vermutlich nie schaffen, dass sich wirklich alle beteiligen; aber wenn Sie merken, die Teilnahmezahlen gehen rapide nach unten, sollten Sie aufmerksam werden.
  • Ein gespaltenes Team oder das Vorenthalten von Informationen zwischen Teilgruppen Ihres Teams – auch das kann ein Hinweis sein. Missverständnisse werden sich häufen. Als Führungskraft merken Sie das vielleicht an vermehrten Kundenreklamationen.
  • Eine hohe Fehlzeitenquote ist ebenfalls ein mögliches Indiz für ein schlechtes Betriebklima. Aber eben nur ein Indiz. Wenn Menschen gehäuft arbeitsunfähig sind, können die Ursachen vielgestaltig sein. Aber dass sie sich in ihrem Team unwohl fühlen, ist eben einer von vielen möglichen Faktoren.
  • Wenn sich Konflikte häufen, man nicht mehr mit einander spricht, kein Lächeln mehr in den Gesichtern zu sehen ist, dann können auch Hinweise auf ein schlechtes Klima sein.

 

Was Sie von einem guten Betriebsklima haben

Als Führungskraft profitieren Sie von einem gesunden Klima – im Prinzip durch genau das Gegenteil der eben genannten Faktoren:

  • Die Fehlzeitenquote ist niedrig. Guter Zusammenhalt im Team wirkt wie ein Belastungspuffer. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen sich gegenseitig. Verständnis und Rücksichtnahme auf gesundheitlich Angeschlagene erleichtern es, auch mal trotz leichter Kopfweh zur Arbeit zu kommen.
  • Außerdem hat ein gutes Klima eine puffernde Funktion: Wenn der Zusammenhalt unter Kollegen stimmt, werden Belastungen als nicht so gravierend empfunden. Es herrscht die Einstellung: „Gemeinsam schaffen wir das schon irgendwie“.
  • Missverständnisse sind selten, denn in einem guten Betriebsklima reden die Menschen miteinander. Der Informationsfluss ist gesichert. Es fällt leichter, Fehler zuzugeben und sich zu entschuldigen.
  • Es herrscht mehr Kreativität, es werden mehr Verbesserungsvorschläge eingereicht, man setzt sich stärker ein fürs Unternehmen und identifiziert sich damit – auch außerhalb der Arbeitszeit wird z.B. gut über den Betrieb geredet.
  • Es gibt mehr echte Freundlichkeit im Kundenkontakt, denn man muss sich nicht verstellen, weil man ohnehin schon gut gelaunt ist. Die Folge freut alle: mehr Produktivität.

Fazit: Der Blick aufs Klima lohnt sich für Sie!

 


Wenn Sie das Thema vertiefen möchten, empfehle ich Ihnen neben den weiteren Links in diesem Tab auch das eBook Gesund Führen – Das Betriebsklima pflegen

Darin erfahren Sie unter anderem, warum Ihre eigene Stimmung so wichtig ist fürs Klima, was das Betriebsklima mit Gesundheit zu tun hat und wie Sie Meetingspositiv gestalten.

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