Die Qualitätswerkstatt: Der „do care!-Kongress“ 2019

unser kleiner Kongress auf Schloss Eulenbroich (2019 aber noch in der Bildungswerkstatt)
Qualitätswerkstatt - unser kleiner Kongress

Am 20. September war es endlich so weit: Wie in jedem Jahr tagte unsere Qualitätswerkstatt – nun schon zum 8. Mal, und diesmal in Rösrath bei Köln:

Neue Trainer/innen, „alte“ Trainer/innen, Interessierte aus Personal und Weiterbildung, und Leute, die an der Gesund-Führen-Trainer/innen-Ausbildung teilnehmen möchten:

Eine schöne bunte Mischung war da zusammengekommen in der Bildungswerkstatt von Schloss Eulenbroich.

do care! – Das versuchte ich zumindest … und fand es ganz schön schwierig, genug Zeit für jede/n zu finden. Perfekt gelungen ist es mir nicht, fürchte ich. Zum Glück gibt es ja in 2020 eine nächste Chance für die Entfaltung meiner Gastgeberinnen-Qualitäten …

Die Rückmeldungen zur Tagung insgesamt waren weit überwiegend „grün“; es gab auch Blau und Orange als (Postkarten-)Farben zum Hochhalten – diese Abstimmung hatte also ein höchst erfreuliches Ergebnis. Lustig war es allemal. Und aus den anderen Rückmeldungen nehme ich Einiges mit fürs nächste Jahr. Danke sehr dafür!

 

Tolle Vorträge mit spannenden Inhalten

… und „viele Ideen für meine praktische Arbeit“ – so lautete beispielsweise das Fazit einer Teilnehmerin, über das ich mich sehr gefreut habe. Eine andere Teilnehmerin schrieb:

„(…) bin ich nachhaltig beeindruckt von dem docare-Workshop. Ich habe einige Impulse mitnehmen können und Sie als eine leidenschaftliche Vertreterin Ihres Themas erleben können.“

Hach 🙂

 

Wissenschaftliche Evaluation des Seminar-Konzepts (Interventionsstudie: Prä-Post-Vergleich)

Dr. Eva Maria Schulte

Den Auftakt machte der wissenschaftliche Beirat von do care! in Person von Dr. Eva-Maria Schulte von der TU Braunschweig bzw. Kauffeld & Lorenzo.

Sie stellte auf der Qualitätswerkstatt die Ergebnisse der Interventionsstudie zum Seminarkonzept vor, also zu: „Gesund führen – sich und andere“ von do care!

Interventionsgruppe (N=74) und Kontrollgruppe (N=59) wurden vor der Maßnahme und danach miteinander verglichen im Hinblick auf unterschiedliche Parameter. Nach der Vorstellung der Ergebnisse bin ich nun erst recht sehr gespannt auf die Veröffentlichung. Die Infos dazu werden Sie im Newsletter lesen können – da entgeht Ihnen nichts.

Und wir wollen noch mehr …:

Geplant ist eine Studie zur Erfassung der Nachhaltigkeit, und zwar gemeinsam mit Dr. Eva-Maria Schulte und Dr. Frank Möckel und mit Hilfe der Gesund-Führen-Trainerinnen und -Trainer. Näheres dazu werden Sie bald auf www.do-care.de finden, und natürlich werde ich Sie darüber auch im Newsletter informieren.

 

Gesund führen à la carte

Kathrin Glaser-Bunz im Vortrag

Das Thema servierte uns häppchengerecht Kathrin Glaser-Bunz aus Bayreuth als Antwort auf die häufig gestellte Frage: „Geht das nicht auch an einem halben Tag?“

Verschiedene Formate und auch ein Beispiel für ein neues Modul rund um „Kultur, Wertschätzung und Fehlzeiten“ stellte sie uns vor.

Es war sofort spürbar: Die Frau weiß, wovon sie spricht. Als ehemalige Führungskraft aus der produzierenden Industrie und als langjährige Beraterin berichtete sie aus der Praxis und gab z.B. zu bedenken:

Die „Auftau- und Anwärmzeit“ ist in kompakten Veranstaltungen kürzer; das erfordert viel Erfahrung und einen souveränen Umgang mit Gruppen. Eine herzliche Art ist dabei von Vorteil, glaube ich.

Außerdem gilt: Der organisatorische und zeitliche Aufwand ist höher, und es ist betriebswirtschaftlich unattraktiver – aber wenn der Kunde es so will, wird er auch den Preis dafür bezahlen (meine Meinung – ins Verhältnis gesetzt zu den Abwesenheitszeiten während der Veranstaltung scheint es sich für den Kunden ja zu lohnen, also alles gut).

 

Fehlzeiten als Führungsaufgabe in einer Klinik

Manfred Rupp

Juchuh, mein Lieblingsthema! Manfred Rupp vom Klinikum Nürnberg stellte es uns vor.

Was mich schon bei der Vorbereitung fasziniert hat: Wie unglaublich viele Gesprächsmöglichkeiten Führungskräfte doch haben – lange bevor es um Fehlzeiten geht. Und wie oft diese Gelegenheiten, miteinander zu reden, außer acht gelassen werden.

Aber wir sind ja dabei, daran etwas zu ändern.

Das Fall-Beispiel, dass Manfred Rupp vorstellte, zeigte: Wenn man sich rein auf die (ohnehin freiwillige) Schilderung von Krankheitssymptomen verlässt, läuft man beim Thema Fehlzeiten ins Leere. Denn in dem Fall-Beispiel lag die Ursache für die häufigen Abwesenheiten auf den oberen Ebenen im „Haus der Arbeitsfähigkeit“ (Führung, Arbeitsbedingungen, Werte, Einstellungen, Motivation) – und eben nicht auf der untersten (Gesundheit).

Bestätigung erhielt ich auch noch mal für meine Beobachtung: Bei Azubis hilft Attestpflicht ab dem 1. Tag – weil die Auszubildenden einfach merken, dass man sich um sie kümmert (statt kontrolliert; das Thema hatten wir ja auch in der Fehlzeiten-Power-Woche).

 

 

Qualitätszirkel nach dem Mittagessen (und vorher Bewegung in 6 Dimensionen)

Zwischendrin gab es eine Bewegungseinheit mit B. Ludwika Fichte – herzlichen Dank dafür!

Es wurde auch in Kleingruppen gearbeitet, wie immer schon auf der Qualitätswerkstatt: Fragen rund ums Seminar und auch Erfahrungen mit der Selbständigkeit als Gesund-Führen-Trainer/in wurden ausgetauscht, bevor alle wieder zu freudiger Bewegung (freiwillig … danke sehr dafür an Kerstin Kiefer!) und zu den nächsten Vorträgen im Plenum zusammenkamen.

 

Wie viel Resilienz steckt in „Gesund Führen“?

Jörg Schönenberg

Diese Frage beantwortete Jörg Schönenberg in seinem Vortrag, der Berührungspunkte zu unserem Gesund-Führen-Seminarkonzept aufzeigte.

Anhand von markanten Hilfsmitteln (Schwamm, Bizeps und Co) stellte er uns vor, was man unter Resilienz versteht – und stellte Zusammenhäge her, zum Beispiel zum SelfCare-Block in unserem Seminar.

Im Unterschied zur klassischen Stress-Forschung ist die Resilienz-Forschung laut Jörg Schönenberg ressourcen-orientiert – und passt genau deshalb supergut zu do care!

Mittels einer kleinen Kraftübung konnten alle Teilnehmenden feststellen: Dieselbe Belastung (dasselbe Gewicht) ist für den einen eine starke Beanspruchung, für die andere eher eine schwache Beanspruchung – also höchst individuell.

Herrlich fand ich natürlich die Fazit-Sprüche:

„do care! – takes share“ und

do care! – kann mehr!“ 🙂

 

 

Damit vom Seminar etwas bleibt

Dr. Frank Möckel

Das Thema Nachhaltigkeit hat sich Dr. Frank Möckel auf die Fahne geschrieben.

Er hatte auch die Idee zur oben angesprochenen Studie, bei der Gesund-Führen-Trainer/innen demnächst mit „eingespannt“ werden im Dienste der guten Sache.

In seinem Vortrag auf unserer Qualitätswerkstatt stellte er Ideen vor, mit denen sich Probleme von fehlendem Transfer lösen lassen. Wir alle nehmen uns ja oft mehr vor, als wir durchhalten.

Motivationshilfen, Umsetzungsstrategien und Stellhebel der Transferwirksamkeit präsentierte er auf der Basis seiner Praxiserfahrungen und der Literatur (www.transferwirksamkeit.com).

Er zeigte auch, wie ein konkreter Plan aussehen kann, den er am Ende jedes Seminars von den teilnehmenden Führungskräften erstellen lässt.

Zum Schluss gab es Transfertipps für die Phasen vor, während und nach dem Training – incl. Check zur Überprüfung.

 

 

Ein Guide zum Erfolg

Anke Lambrecht

Anke Lambrecht

Die Abschluss-KeyNote auf unserem kleinen Kongresschen hielt Anke Lambrecht, die uns einen Leitfaden an die Hand gab, nämlich ihren Fokusguide – und zwar anhand eindringlich vorgetragener Fragen und Thesen (fokusguide.de).

Damit regte sie uns alle zum Nachdenken an.

„Bringt mich das, was ich gerade tue, meinem Ziel näher?“

Allein diese Frage trägt schon stark zur Fokussierung bei. Ich zumindest erlebe das so.

Eine sinnvolle Ergänzung zu dieser Frage ist die Idee „In seinem Element sein“ wie der Pinguin bei Dr. Eckard von Hirschhausen: In der Wüste braucht er sich gar nicht erst anzustrengen, das ist einfach nicht seine Welt – also wieso sollte er sich da quälen?

Herausfinden, was zu einem passt, damit man sich optimal entfalten kann: Das ist gelingendes Leben.

So ein Fokusguide kann dabei helfen. Da bin ich sicher bzw. ich weiß das auch von mir selbst: Aufschreiben hilft beim Fokussieren. Bei mir zumindest trägt das Denken erst dann Früchte, wenn ich es verschriftlicht habe.

 

Unser Beitrag zu einer gesünderen Arbeitswelt

Zu dieser Frage habe ich am Ende des Tages Antworten von den Teilnehmenden gesammelt – und da kam sehr viel zusammen! Wir alle, die wir teilgenommen haben, legen ja unseren Fokus auf die Gesundheit und das Wohlbefinden in der Arbeitswelt.

Das gibt Kraft und Energie.

Und erfreulicherweise spüren wir alle auch Resonanz bei dem, was wir tun. Kurz vor der Veranstaltung schrieb mir eine Teilnehmerin (und die Mail hängt noch immer an meiner Wand): „Sie wissen vermutlich gar nicht in wie vielen Köpfen Sie mit Ihrem Konzept schon ein Umdenken in Gang gebracht haben.“ – Wie hab ich mich gefreut!

Offenbar haben viele aus der do care!-Community schon ähnliche Rückmeldungen erhalten bzw. Erfahrungen machen dürfen. Denn so sahen die Antworten aus:

 

Dankeschön an alle Beteiligten!

Hier sehen Sie ein Foto von unserer „Kernfrauschaft“, ohne die es dieses Format der Qualitätswerkstatt nicht gäbe (von links: Elke Schaffrath-Müller, Barbara Schade, Kerstin Kiefer) – ergänzt um Ulrike Amon-Glassl, die das Vor-Meeting vorbereitet hat, und Kathrin Glaser-Bunz, die bei den Qualitätszirkeln die „neuen Selbständigen“ übernommen hat. Mein ganz herzlicher Dank an alle, die so engagiert bei der Vorbereitung und Gestaltung des Tages mitgewirkt haben (und @Barbara: Jetzt weiß ich auch, was Du da in den letzten 7 Jahren so gestemmt hast …)! Das war spitze!

 

 

Nächste Runde der Gesund-Führen-Trainer/innen-Ausbildung

Stellvertretend für die 17 neu ausgebildeten Trainer/innen sehen Sie mich hier mit einer Vierer-Gruppe (einem der sog. Erfolgsteams, die im Rahmen der Gesund-Führen-Trainer-Ausbildung gebildet wurden).

Ich bin ganz stolz auf jede/n einzelne/n 🙂

Schließlich war die Ausbildung in dieser Form ja eine Premiere für mich, und ich bin schwer begeistert von der Qualität. Dementsprechend stolz war ich natürlich beim Überreichen der Zertifikate. Den Akt als solchen muss ich wohl noch üben … und werde mir im nächsten Jahr die Trainerscheine von einer der Assistentinnen anreichen lassen, damit die Überreichung entsprechend schöne Fotos hergibt – versprochen!

Apropos nächstes Jahr: Save the date!

Die nächste Qualitätswerkstatt samt Trainerschein-Verleihung findet statt am Mittwoch, dem 4. November 2020, auch wieder in Rösrath – diesmal dann im Schloss mit Wintergarten. Ich freue mich, wenn Sie dabei sind!

Und falls Sie mit dem Gedanken spielen, ebenfalls an der Gesund-Führen-Trainer/innen-Ausbildung teilzunehmen: Nur zu! Die ersten 5 Anmeldungen sind schon fest bestätigt (obwohl die Ausbildung ja noch nicht mal offiziell auf der Website ausgeschrieben ist). Daher kann ich jetzt schon sagen: Das wird wieder eine supernette Gruppe.

Nähere Infos zur Ausbildung (online vom 05.02.20 bis 01.04.20 plus „unser Tag“ am 4.11.20; Zeitaufwand mindestens 1 Tag pro Woche bei freier Zeiteinteilung und mittwöchlichen Live-Meetings um 14:00 Uhr) folgen in Kürze. Bitte noch ein bisschen Geduld …

 

P.S.:

Hier nochmal der Link zum Login-Bereich für die „Da-Gewesenen“ (alle pdf-Dateien der Vorträge plus Fotos):

https://www.do-care.de/tagung-2019/loginbereich/