Was tun bei Antipathie?

Wenn man sich nicht sympathisch ist, ist professionelles Führungsverhalten schwierig. Ein Fall-Beispiel zeigt, wie das konkret aussehen kann. Das hier gezeigte Video stammt aus dem Video-Kurs "Gesund Führen bei 'schwierigen' Mitarbeitenden" 

Anerkennung bei Antipathie – geht das?

Wenn eine Führungskraft Antipathie für einen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin empfindet, fällt es ihr nicht nur schwer, Anerkennung zu geben. Sie wird auch eher den Kontakt meiden, dem Menschen aus dem Weg gehen und ihm vermutlich auch nur selten wichtige Aufgaben übertragen. Wenn man sich nicht mag, fallen auch andere wichtige Elemente der Führungsbeziehung wie Interesse und Partizipation weg.

„Der ist unsympathisch – den kann ich nicht führen!“

unsympathisch„Mit dem will ich gar nicht nett umgehen – wenn ich den nur sehe, kriege ich schon zuviel!“ – Gesund Führen ist unter solchen Bedingungen schwierig. Was können Sie tun, wenn Sie als Führungskraft in so eine Situation geraten, wenn Ihnen also eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter unsympathisch ist?

Das eBook Gesund Führen bei gegenseitiger Antipathie gibt hierzu Tipps. So sieht das Inhaltsverzeichnis aus:

  • Warum Sie die Antipathie nicht auf sich beruhen lassen sollten
  • Wo die Ursachen der „gegenseitigen Antipathie“ liegen
  • Wie Sie an Ihrer Haltung arbeiten können
  • Wie Sie für gemeinsame Erlebnisse sorgen
  • Wie Sie jemanden gesund führen, den Sie nicht mögen (Zusammenfassung)

Das erste Kapitel aus dem eBook Gesund Führen bei Antipathie habe ich Ihnen hier frei gegeben.

Unsympathisch? Das sollten Sie nicht auf sich beruhen lassen

Zumindest erst mal nicht … Mindestens 3mal sollten Sie versuchen, nach den Vorschlägen in diesem eBook an der Antipathie zu arbeiten. Und zwar aus mehreren Gründen:

  • Das Teamklima leidet darunter,
  • die psychische und die körperliche Gesundheit werden negativ beeinflusst,
  • und die Leistung des Mitarbeiters oder der Mitarbeiterin ist ebenfalls reduziert.

Und nicht zuletzt ist es Ausdruck menschlicher Reife, Dinge wie Antipathie nicht einfach auf sich beruhen zu lassen. Als Führungskraft werden Sie sich obendrein immer leichter tun, Menschen zu führen, die Sie mögen. Spitz formuliert: Eigentlich können Sie es sich gar nicht leisten, Mitarbeitende in Ihrem Team zu haben, die Sie nicht mögen.

Das Fallbeispiel zeigt, wie schnell sich die Wahrnehmung ändern kann

Betrachten Sie zunächst das folgende wirklich passierte Fallbeispiel:

Eine weibliche Führungskraft berichtete: Sie hatte eine Mitarbeiterin, die sie nicht leiden konnte. Die Frau käme morgens schon motzig ins Büro. Während sie, die Chefin, sich um ein positives Klima bemühen würde, hätte die Mitarbeiterin nichts Besseres zu tun, als negative Stimmung zu verbreiten. Schon beim Hochfahren ihres PC würde sie laut schimpfend äußern, dass die Kiste heute sicher wieder nicht funktionieren würde; danach würde sie sich über die eingegangenen Reklamationsmails beklagen, darüber, wie viel Arbeit sie hätte usw.

Die Vorgesetzte fand nicht nur, dass die Mitarbeiterin das Klima im Team ruinierte, sondern sie musste sich auch eingestehen, dass sie die Frau nicht leiden konnte. Sie regte sich gedanklich über die Mitarbeiterin auf und war selber beeinträchtigt in ihrem Leistungsverhalten. Schließlich nahm die junge Führungskraft sich ein Herz und sprach die Mitarbeiterin auf ihre klima-verseuchenden Schimpfkanonaden an (kleiner Einschub: Und zwar völlig zu Recht! Natürlich dürfen Sie als Führungskraft Mitarbeiter ansprechen, wenn die das Klima im Team vermiesen).

Und was passierte? Die Mitarbeiterin war total perplex! Sie fand von sich selber: „Aber ich bin doch so ein Sonnenschein!“ Sie versprach aber dennoch, ihr Verhalten zu ändern und erlaubte der Führungskraft und Kolleginnen, ihr eine gebastelte gelbe Karte – mit einem Smiley darauf – zu zeigen, wenn sie doch mal wieder grummelig war. Diese offene Reaktion, die von einem guten Selbstbewusstsein der Mitarbeiterin zeugt, überraschte die erleichterte Führungskraft sehr. Und wie wir Menschen so sind: Danach mochte sie die Frau sehr …

Menschen zu mögen, die uns mögen und uns das auch zeigen – das ist ja einfach! Schwieriger ist es, jemanden zu mögen, der keine Gefühle zeigt und von dem wir daher nicht wissen, ob er uns mag oder gar unsympathisch findet. Insofern kann man jedem Menschen eigentlich nur empfehlen:

„Machen Sie’s den anderen leicht, Sie zu mögen – lächeln Sie!“
Und setzen Sie auch Ihren persönlichen Ehrgeiz darein, unterkühlte Zeitgenossen aufzutauen.

Wenn Sie über jemanden denken „Da gefriert einem das Lächeln im Gesicht“, setzen Sie sich doch zum Ziel, genau diesem Menschen Ihrerseits innerhalb des nächsten Gesprächs ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

Befriedigende Beziehungen sind nicht das Produkt eines zufälligen Zusammentreffens netter Leute, sondern das Resultat einer wertschätzenden Grundeinstellung, die Menschen veranlasst, anderen einen Wertschätzungsvorschuss zu geben.

Tag für Tag mit jemandem zusammen zu arbeiten, der einem unsympathisch ist, ist ungesund.

Die Antipathie schlägt sich nieder in fehlender Konzentration, Magenschmerzen, Kopfweh und ähnlichem. Antipathie und Sympathie sind zu 98% wechselseitiger Natur und folgen damit dem Motto: „Wie du in den Wald hineinrufst …“. Wenn Sie als Führungskraft sich bemühen (ja, das geht, siehe unten), Ihre Mitarbeiter sympathisch zu finden, werden diese Ihnen das mit gleicher Münze vergelten.

Den Leuten, von denen man glaubt, dass sie einen nicht mögen, geht man aus dem Weg. Man nimmt ihnen und sich reflexartig die Chance, sich näher kennen zu lernen. Dabei täte genau das gut. Das Verrückte: Je länger und intensiver man sich mit einem Menschen beschäftigt (wozu man im Fall eines Sympathiemangels leider keine Lust hat), desto sympathischer wird er einem in der Regel. Man entdeckt nämlich immer mehr Ähnlichkeiten. Und wie ein altes sozialpsychologisches Grundgesetz besagt:

Ähnlichkeit schafft Sympathie, und Sympathie schafft Ähnlichkeit.

Also: Auch wenn es Sie Überwindung kostet: Bemühen Sie sich darum, den Mitarbeiter näher kennen zu lernen. Suchen Sie z.B. Dinge, Einstellungen oder Verhaltensweisen, in denen Sie sich ähneln. So lange, bis Sie etwas gefunden haben.

Aber natürlich können Sie auch in Ihrem täglichen Führungsverhalten dafür sorgen, dass Ihre Mitarbeitenden Sie möglichst sympathisch finden (dass Sie sich als Führungskraft davon nicht abhängig machen sollten, wissen Sie schon): Gerechtigkeit und Gleichbehandlung, auch in emotionaler Hinsicht sind eine gute Basis; also zum Beispiel, indem Sie nicht nur mit Ihren Lieblingen lachen und übers Wochenende quatschen sondern auch mit denjenigen Team-Mitgliedern, die Ihnen weniger sympathisch sind.

Sie haben den Anspruch, an der Antipathie zu arbeiten
(sonst hätten Sie nicht dieses eBook heruntergeladen)
– das ist Ausdruck psychischer Reife.

Kontakt-Vermeidung hilft bei Antipathie nämlich nicht weiter.

Die Gefahr ist groß, dass sich hieraus Negativ-Spiralen entwickeln, etwa in Richtung „Drinnen-Team versus Draußen-Team“.

Weil ich weiß, dass viele Führungskräfte – aber auch Mitarbeitende – unter Antipathie bzw. Sympathiemangel leiden und sich dies negativ auf die Leistungsfähigkeit und die Motivation auswirkt, habe ich das Thema Antipathie auch in meinen Video-Kurs „Gesund Führen bei ’schwierigen‘ Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“ aufgegriffen.

Der hier folgende Video-Vortrag betrachtet die klassischen Befürchtungen, aber auch Risiken, die mit gegenseitiger Antipathie in Führungsbeziehungen verbunden sind.

Im Folgenden sehen Sie also 1 Video aus dem Kurs „Gesund Führen bei schwierigen Mitarbeitern“:

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