Wie Sie eine salutogene Haltung kultivieren
Die Arbeit am „focus on the good stuff“ ist ein fortwährender Prozess und keine Einmal-Aktion. Niemand von uns ist Mutter Teresa, und es erfordert ein gehöriges Maß an Selbstkritik und Selbstreflexionsfähigkeit, um dranzubleiben an diesem kontinuierlichen Verbesserungsprozess … Vielleicht nützt Ihnen die folgende Checkliste aus dem Buch “Wertschätzung im Betrieb. Impulse für eine gesündere Unternehmenskultur” Anstöße zur Reflexion.
Focus on the good stuff:
Wie Sie eine salutogene Haltung kultivieren (Checkliste)
- Gehen Sie davon aus, dass die Welt sich verschworen hat, um Ihnen Gutes zu tun!
- Versuchen Sie, dankbar zu sein für das, was ist. Gönnen Sie sich dazu je eine ruhige Minute morgens und abends – vor dem Start in den Tag und am Ende des Tages („count your blessings“).
- Und wenn das mit dem Dankbar-Sein in Ihrer jetzigen Situation nicht klappt, lassen Sie die Frage zu: Wozu könnte das rein theoretisch (in Zukunft) gut sein?
- Fragen Sie sich: Bei welchen Situationen oder Erfahrungen Ihres Lebens konnten Sie erst im Nachhinein sagen, worin der Sinn bestand? Sicher gibt es da mehrere!
- Beobachten Sie, was Ihre Sprache über Ihren Fokus verrät (vgl. Seite 51f): Gibt es eine positive Grundausrichtung („so viel haben wir schon erreicht“, „gut daran ist, dass …“)?
- Bevor Sie in ein Gespräch gehen: Fragen Sie sich, welche Eigenschaften oder Verhaltensweisen Ihres Gesprächspartners Sie besonders schätzen! Das erleichtert das Gespräch.
- Suchen Sie nach positiven Alternativ-Erklärungen für Verhaltensweisen, die Sie stören (z.B. wenn jemand zu spät kommt, nicht grüßt). Machen Sie daraus einen Denksport für sich!
- Hinterfragen Sie Eigenschaften, die Sie an anderen stören (Konfliktscheue, Geiz, Vorlaut-Sein, Disziplinlosigkeit) nach ihrem Gegenstück im Werte-Quadrat! Wie steht es um die Balance?
- Bleiben Sie offen und neugierig auf Ihren Gesprächspartner. Fragen Sie sich zum Beispiel „was könnte ich von dem lernen?“, selbst wenn er Ihnen zunächst nicht sympathisch ist.
- Beobachten Sie Ihre inneren Dialoge auf Vor-Urteile und hinterfragen Sie diese (statt „das ist ’ne blöde Kuh!“: „was genau stört mich an ihr und warum? was hat das mit mir zu tun?“).
- Oberstes Gebot: Sie dürfen und sollen bei sich selbst beginnen!
Ihre Selbstwertschätzung ist der Boden, auf dem die Wertschätzung für andere wachsen kann. Ohne sie geht’s nicht … Deshalb ist diesem Thema eine Reihe weiterer Beiträge auf dieser Website gewidmet.
In den Kapiteln zuvor ging es um die Fragen “Focus on the good stuff – wie geht das?” und “Was verrät die Sprache?” sowie “Kann man Mörder wertschätzen?”
Alle Kapitel sind entnommen aus dem Buch “Wertschätzung im Betrieb. Impulse für eine gesündere Unternehmenskultur” von Anne Katrin Matyssek

