Dorle und die Fehlzeiten
Dorle möchte wissen, was ihre Frau Doktor in den Betrieben treibt, für die sie arbeitet: „Warum laden die dich ein?“ Und die antwortet: „Die Chefs wollen, das ihre Leute möglichst immer gesund und anwesend sind.“ Anwesend – mit dem Wort kann Dorle natürlich nichts anfangen. Sie stellt fest:
“Ich bin immer anwesend – bloß immer woanders” …
Die Gesunden-Schwester Dorle fragt sich: „Wieso wollen die denn, dass die Leute im Betrieb immer anwesend sind?“ Sie weiß schon aus ihrer Spielgruppe: Anwesenheit allein nützt nicht viel, wenn es darum geht, gemeinsame Ziele zu erreichen. Mit der bloßen Anwesenheit ist niemandem geholfen: Es kommt darauf an, dass auch wirklich jeder sein Bestes gibt. – Und bei manchen Menschen wünscht man sich, sie wären lieber “zu Hause anwesend” als im Betrieb …
„Der Chef denkt, wenn alle da sind, ist die Burg, die die bauen sollen, schneller fertig? Ist der doof! Wenn alle da sind, heißt das doch noch lange nicht, dass die alle mitbauen. Der Kevin in der Spielgruppe macht immer alles kaputt; da FREUEN sich alle, wenn der nicht da ist, auch unsere Leiterin, die Rosalie. Wenn der nicht DA ist, kann der auch keinen Ärger machen.“
Das clevere Wesen denkt weiter – strikt salutogen orientiert:
„Will der Chef eigentlich, dass alle gesund sind, oder will der bloß, dass keiner krank ist? Also will der, dass es denen gut geht – oder will der bloß, dass es denen nicht schlecht geht?“
Diese Gretchenfrage des Betrieblichen Gesundheitsmanagements beschäftigt Dorle stark. Tatsächlich ist es ja häufig so, dass BGM-Maßnahmen primär mit dem Argument der Fehlzeitenreduzierung in Angriff genommen werden. Dabei macht es mehr Spaß, die Anwesenheit zu erhöhen – das Resultat ist dasselbe, aber der Weg deutlich befriedigender. Wie das geht? Indem das Wohlbefinden am Arbeitsplatz gefördert wird – durch wertschätzendes Miteinander.
„Wenn der Kevin was machen darf, was der gern macht – Schokokekse backen – dann ist der immer da, und der macht keinen Quatsch. Und der macht Super-Schokokekse! Die finden wir alle total lecker. Das sagen wir dem, dann freut der sich, und dann macht der sogar gerne seinen Platz sauber!“
Jeder Mensch am richtigen Platz – das wäre Ideal, ist aber vermutlich eine Utopie. Allerdings lässt sich mit Anerkennung viel erreichen, selbst wenn der Job nicht der Traumjob des Mitarbeiters ist.
Schließlich bittet Dorle ihre Frau Doktor, abwesend zu werden, während sie selbst noch ein bisschen anwesend sein wolle … Zum Schluss macht Dorle nämlich noch ein bisschen unerlaubte Werbung (die Frau Doktor hat’s eigentlich verboten …) für die Fehlzeiten-Box.
Hier finden Sie einen seriösen Text über “Salutogene Wege zur Anwesenheitsverbesserung“. Der Film ist eine ungewohnte Form der Auseinandersetzung mit salutogenen Wegen zur Anwesenheitssteigerung und Fehlzeitenreduzierung in Unternehmen und Verwaltungen.






