Bloß nicht aufgeben – oder: Hier werd’ ich geboren

Naja, eigentlich genäht … Hallo ihr da draußen! Schön, dass ihr euch für meine Geburt interessiert. Bestimmt seid ihr fast nur Frauen, hab ich Recht? Hat mir die Frau Doktor verraten. Die meinte, Männer interessiert bloß das Ergebnis (also ICH!), und Frauen interessiert der Weg dahin. – Dabei ist doch beides wichtig. Sie sagt, das wär’ wie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement. BGM nennt die das. Da ist das Ergebnis zum Beispiel, dass die Leute auch dann noch gut und gerne arbeiten, wenn die schon alt sind. Oder dass alle gesund und da sind und wirklich mitspielen und die Zahlen stimmen. Aber der Weg dahin ist lang und macht viel Arbeit und ist aber AUCH ganz wichtig.

Jedenfalls freut’s mich, dass ihr mal sehen wollt, wie ich entstanden bin – das ist doch das allertollste, wenn man merkt: die anderen interessieren sich für mich. Juchuh, das macht froh und richtig gute Laune, und die fühlt sich auch ganz gesund an … :-)

Also, ganz am Anfang hat die Frau Doktor einfach ein paar Stoffe genommen und überlegt. So’n Haufen Stoff – das sieht eigentlich gar nicht so schön aus. Da glaubt man noch gar nicht, dass da mal jemand raushüpft wie ich, hihi. Und dann hat sie hin- und her und her- und hin überlegt. Aber irgendwann MUSS man einfach anfangen, wenn am Ende was Gescheites bei rauskommen soll, sagt sie. Und dann hat sie irgendwann angefangen, die Stoffe endlich zuzuschneiden. Dann nochmal anders. Nochmal neu. Und nochmal umgeändert. Das war eine Höllenarbeit (aber ich hab mich doch gelohnt, finde ich). Besser man fängt mal an und macht etwas falsch, als dass man abwartet, bis das perfekte BGM-Konzept vom Himmel fällt, meint sie.

Als allererstes war der Fuß fertig – ist ja auch wichtig, dass man mit beiden Beinen (das zweite folgte direkt) auf dem Boden steht. Das gilt auch für Leute, die BGM machen, weiß ich inzwischen. Sagt Frau Doktor. Mit beiden Beinen müssen die auf dem Boden stehen – dann können die auch ihre Chefs überzeugen. Federleichte Luftikusse werden nämlich nicht Ernst genommen.

Als nächstes hat sie meine Arme gemacht. Damit ich richtig anpacken kann. Das muss ich auch, wenn ich eine gute Gesundenschwester werden will: ordentlich anpacken. Manche Leute meinen, ich hätte Riesenpranken, aber das finde ich GEMEIIIIN …!!!

Naja, und dann hat sie halt ewig und 3 Tage an meinem Kopf rumgemacht. Ist ja klar. Da ist ja das Gehirn drin. Und das, was spricht. Also ganz viel, in meinem Fall (bisschen zu viel, aber nun ist es zu spähääät … Jetzt ist meine Klappe halt riesig – schließlich bin ich eine sogenannte Klappmaulpuppe, so wie ihr homines sapientes, hab ich gehört, hoffentlich ist das nicht ansteckend).

Ich finde, ich hab mich ganz schön verbessert seitdem … Am Anfang war ich ja noch nicht so überzeugend. Eher wie ein nackter Wurm. Aber so ist das auch bei vielen Projekten im Betrieblichen Gesundheitsmanagement, sagt Frau Doktor: Anfangs macht so ein Projekt noch nicht viel her, aber es macht Spaß. Und dann ist ganz wichtig: DRANBLEIBEN! Bloß nicht aufgeben. Immer weiter. Hartnäckig sein. Und irgendwann kommt dann sowas Nettes raus wie ich …

Falls es euch interessiert: Ich bin übrigens in Düsseldorf geboren (wie die Frau Doktor, hihi), aber ganz bald ziehe ich um nach Köln, juchuh! Das ist auch wichtig: Immer neue Wege wagen. Sagt Frau Doktor. Und ich bin ein so’n Weg von ihr. Versteh’ ich zwar nicht, aber Hauptsache, sie und ich haben Spaß dabei, sowas für euch zu machen.

Zum Schluss seht ihr mich hier – nach diesem Gruselfoto von vor meiner Geburt – nochmal im Ganzen. Diesmal sogar mit meiner Puppe. Das ist eine Krankenschwester. Die braucht man auch manchmal, denn manchmal sind die Leute ja schon krank. Aber ich helf jetzt der Frau Doktor, dass die in den Betrieben einfach immer gesund bleiben.

Viel Sonne bis demnächst wünscht euch eure

Gesundenschwester Dorle

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