Gesundheitsveranstaltungen am Sonntag?
Letzte Woche war es wieder einmal so weit: Ich erhielt eine sehr seriöse Anfrage von einem Mittelständler, ob ich nicht an einem Sonntag demnächst einen Vortrag zum Thema “Gesund Führen” in seinem Betrieb halten könnte. Und er ist ja nicht der einzige: Immer wieder wollen Unternehmen gern Veranstaltungen am Samstag oder “halbe-halbe” Freitag und Samstag, wobei dann die Führungskräfte den Samstag aus ihrer Freizeit “beisteuern” sollen – mit der Begründung, dass ja schließlich auch ihre eigene Gesundheit von der Veranstaltung profitieren würde. Eigentlich logisch argumentiert. Trotzdem:
- Gesundheit ist Privatsache.
- Gesundheit kostet Zeit.
- Gesundheit erfordert, dass Du etwas von Deiner spärlichen Freizeit abgibst.
- Eure Erholung ist unwichtig (ganz ehrlich: Vorträge oder Seminare zum Thema Gesundheit sind super, und man lernt auch etwas über Erholung, aber sie sind Arbeit).
Ich kann davor nur warnen. Denn welches Signal erhalten die Führungskräfte durch so eine Aktion?
Macht Gesundheit dann noch Spaß? Sicher nicht. Die Führungskräfte werden sie als Zusatzaufgabe begreifen – als hätten sie nicht auch so schon genug zu tun.
Damit macht man sich nur Feinde. In keinem Fall wird man Führungskräfte, die dem Thema ablehnend oder auch nur skeptisch gegenüber stehen, auf diese Weise für das Thema gewinnen.
Glaubwürdig wäre, wenn die Geschäftsleitung signalisieren würde: “Uns ist das Thema Gesundheit so wichtig, dass wir es euch während der Arbeitszeit nahebringen wollen; eure Gesundheit liegt uns am Heren – wir brauchen euch fit und erholt. Eure Gesundheit liegt auch in eurer Verantwortung, aber eben auch in unserer – und die wollen wir wahrnehmen.”

