Signale erkennen
Als fürsorgliche Führungskraft sollten Sie bei den folgenden Symptomen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) aufmerksam werden und gegebenenfalls – bei wiederholtem Auftreten – das Gespräch suchen.
Veränderungen des Körpers
- Schwitzen
- roter Kopf (oder starke Blässe)
- flacher Atem bis hin zur Hyperventilation
- Zittern
- Müdigkeit (z.B. Ringe unter den Augen)
- Appetitlosigkeit
- Anspannungen (z.B. hochgezogene Schultern, geballte Faust)
- ungepflegtes Erscheinungsbild
- spannungslose Haltung (gebückt)
- stumpfer Gesichtsausdruck
Veränderungen im Denken und Fühlen
- Stimmungslosigkeit (kann nicht mehr lachen, wirkt emotional leer)
- Äußern von zynischen oder “Miesmacher”-Gedanken (“kann ich nicht, andere sind besser”)
- Wut, Aggressität
- geistige Abwesenheit im Gespräch
- Konzentrationsstörungen (vergessen, verwechseln etc.)
Veränderungen auf der Verhaltensebene
- Krankheitsverhalten (Gesicht verziehen, sich abstützen etc.)
- Verlangsamung (länger brauchen, Pausen durcharbeiten)
- Flüchtigkeitsfehler
- laut werden
- häufige Pausen (erkennbar z.B. an häufigen WC-Besuchen)
- Unzuverlässigkeit
- Ungeduld (Türen knallen, “genervt” reagieren etc.)
- Rückzug (Gespräche vermeiden, keine Beteiligung an Feiern o.ä.)
- vermehrtes Risikoverhalten (mehr Rauchen, Tabletten, Alkoholfahne)
Wichtig ist: Diese Symptome werden nur dann angesprochen, wenn sie Ausdruck einer Veränderung sind. Wer immer schon blass daher kommt, den wird man nicht auf seine Blässe ansprechen.
Man muss also vor einem Gespräch wissen, wie ein Mensch im “Normalzustand” aussieht, sich bewegt oder arbeitet. Erst dann wird man Veränderungen auch als solche erkennen. Hier lesen Sie, wie so ein Gespräch ablaufen kann (Leitfaden).
Kleiner Tipp zum Abschluss:
Es ist der erste Schritt zur Bewältigung, diese Anzeichen bei sich selber zu erkennen. Also beobachten Sie sich einmal in Stress-Situationen. Protokollieren Sie Ihr Verhalten in solchen Situationen, am besten auf allen 3 Ebenen (Körper, Gedanken/ Gefühle, Verhalten) – und als schönen Nebeneffekt werden Sie feststellen: Subjektiv werden Sie das Gefühl haben, weniger Stress als vorher zu haben. Was Sie da spüren, ist nicht eingebildet, sondern der sog. Reaktivitätseffekt, den man in allen Kulturen der Welt kennt. Er besagt: Wenn jemand ein minimal beeinflussbares Verhalten schriftlich (!) protokolliert, verändert sich dieses Verhalten in die gewünschte Richtung – leider nur für ca. 2 Wochen …

