Klarkommen mit dem Nie-Lober-Chef
Ihre Führungskraft ist von Natur aus anerkennungsgeizig? Damit stehen Sie nicht allein, das wissen Sie ja schon. Aber bevor Sie hier ein paar Tipps zum Umgang mit Ihrem Vorgesetzten finden, noch eine Frage, die Ihnen vielleicht etwas abwegig vorkommt, aber ein Schlüssel ist für mehr Zufriedenheit im Job, und zwar:
Haben Sie eigentlich Mitleid mit Ihrem Chef?
Dass es zu wenig Anerkennung “hagelt” – das gilt auch für Ihren Chef. Der bekommt vermutlich auch viel zu wenig, und noch dazu ist er im Stress (das sind Sie auch, klar, aber er eben auch – selbst wenn er Ihren Stress verursacht). Anerkennungsgeiz ist meist nicht bös gemeint, sondern der Stress ist schuld. Wer im Stress ist, der lobt nicht, und es geht auch schon mal die Wertschätzung flöten. Das kennen Sie vermutlich auch von sich selbst.
Wenn Sie es schaffen, Mitleid zu empfinden mit der armen Socke, dann wird es Ihnen deutlich leichter fallen, mit Ihrer wenig / nicht lobenden Führungskraft fertig zu kommen. Sie werden dann die Auf-Lob-Warte-Haltung ablegen und sich freier fühlen.
Ein paar Tipps zum Umgang mit dem Nie-Lober-Chef:
- Zweifeln Sie nicht gleich an sich, wenn sein Lob ausbleibt: Sein Fehler – Ihre Entlastung: „Ich gehe davon aus, dass ich meinen Job echt gut mache – sonst hätten Sie ja schon etwas gesagt“ …
- Vereinbaren Sie Feedbacktermine – das spricht für Sie. Sie zeigen ja damit: Chef, Ihre Meinung ist mir wichtig. Holen Sie sich Ihre Lorbeeren – z.B. per „Und?!“ Seien Sie zufrieden mit „passt schon“ – er hat’s bestimmt auch nicht immer leicht gehabt.
- Loben Sie ihn – er braucht’s genauso. Sie sollen nicht rumschleimen, aber Sie können z.B. sagen „Find ich gut, dass Sie uns schon Bescheid gegeben haben wegen des XY-Projekts – so können wir uns drauf einstellen.
- Nutzen Sie Ihre Vorbildfunktion – Loben Sie Kollegen/Kolleginnen. Dann sind Sie auch Vorbild für Ihren Chef.
Verschlossene Menschen erhalten seltener anerkennende Worte als offene Menschen, die aus ihren Herzen keine Mördergrube machen. Natürlich sollen Sie sich nicht verstellen. Aber Sie können es Ihrem Chef leicht machen, Sie zu loben. Zum Beispiel durch Ihren Gesichtsausdruck. Man tut sich leichter, Menschen zu mögen und Wertschätzung auszudrücken und auch zu loben, wenn sie Emotionen zeigen. Im einfachsten Fall lächeln. Also machen Sie’s ihm leicht, lächeln Sie – dann weiß Ihr Chef auch, woran er mit Ihnen ist.

