Bekommen Sie genug Anerkennung?
Wie steht es denn um Sie selber? Erhalten Sie so viel Anerkennung, wie Sie verdienen? Vermutlich nicht, sonst hätten Sie nicht angefangen zu lesen … Aber jetzt, wo Sie schon mal dabei sind: Wie geht’s Ihnen eigentlich an Ihrem Arbeitsplatz? So, wie’s in den offiziellen Firmenbroschüren steht? Als wichtigstes Kapital? Oder vielleicht doch eher wie Kostenfaktor Klotzke?
Wir alle wollen als Mensch wahrgenommen werden am Arbeitsplatz. Aber die INQA-Studie (Initiative Neue Qualität der Arbeit) „Was ist gute Arbeit?“ zeigt an über 5000 Leuten: Jeder 2. fühlt sich vom Vorgesetzten nicht wertgeschätzt und mit Respekt behandelt. Und das hat Folgen: Man regt sich auf, der Blutdruck steigt, das Herz schlägt schneller. Zweifel und Ãngste nagen an einem. Bin ich noch gut genug? Ist mein Job noch sicher? Bin ich hier nur ‚ne Nummer? Das reduziert meine Leistungsfähigkeit. Ist ja klar: ich kann mich nicht mehr so gut konzentrieren. Und gerade im Dienstleistungsbereich merken das nicht nur die Kollegen oder der Chef, sondern als erstes merkt’s der Kunde, wenn ich fürchte, mein Chef hält nichts von mir. Oder schlimmer noch: Keiner sieht mich. Das schadet also auch dem Unternehmen. Dieses Gefühl “Keiner sieht mich, egal was ich hier mache“, raubt Motivation.
Wenn Sie denken, Sie bekommen nicht genug Anerkennung stellt sich die Frage: Was ist denn für Sie genug? Was wünschen Sie sich eigentlich?
- Brauchen Sie Feedback? Dann geht es Ihnen um Orientierung, um Sicherheit. Sie wollen wissen, wo Sie stehen. Das ist ein legitimer Wunsch.
- Oder wollen Sie mehr Lob für Ihre Leistung? Denken Sie: Wenn Sie mehr leisten, bekommen Sie mehr Anerkennung? Das funktioniert nicht. Was Sie leisten, wird ganz schnell zum Standard. Und Sie sind ruckzuck in einem selbstausbeuterischen Teufelskreis, der auch zu Lasten der Gesundheit gehen kann.
- Geht es Ihnen überhaupt um Lob für Ihre Leistung oder um Wertschätzung Ihrer Person? Warum wollen Sie Erfolg? Weil andere dann sagen „boh, bist du klasse“? Die meisten Menschen wollen geschätzt werden, wie sie sind – und nicht, weil sie Tolles leisten. Lob ist eben nicht genug. Es ist im Grunde nur ein Ersatz für Wertschätzung.
Und wenn Sie davon zu wenig bekommen? Wie können Sie trotzdem klarkommen mit dem Nie-Lober-Chef? Und geben Sie sich selbst genug nach dem Motto “Eigenlob stimmt”?
Literaturtipp:
A.K. Matyssek (2011): Wertschätzung im Betrieb. Impulse für eine gesündere Unternehmenskultur.
A.K. Matyssek (2010): Chef, Sie haben ein Super-Team! Endlich mehr Anerkennung im Job.
A.K. Matyssek (2009): Führung und Gesundheit. Ein praxisnaher Ratgeber zur Förderung der psychosozialen Gesundheit im Betrieb.
zum Beispiel erhältlich im www.do-care-shop.de.

